Bambus ist eigentlich eine Grasart und hält den Guinness-Weltrekord für die am schnellsten wachsende Pflanze der Erde (darauf kommen wir später noch zu sprechen).
Neben der Verwendung als Nahrung für Pandas und Menschen wird es seit Jahrtausenden zur Herstellung verschiedenster Produkte genutzt, von Häusern bis hin zu Fahrrädern.
Aber ist Bambus angesichts unseres stetig wachsenden Konsumbedarfs ein nachhaltiges Material?
Kann es angebaut, zu Produkten verarbeitet und anschließend entsorgt werden, um unsere aktuellen Bedürfnisse zu befriedigen, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen?
Finden wir es heraus!
Wie nachhaltig ist der Bambusanbau?
Wie bereits erwähnt, ist Bambus die am schnellsten wachsende Pflanze der Erde.
Manche Arten können bis zu einem Meter pro Tag wachsen. Schnelles Wachstum ist sicherlich nützlich, um rasch große Mengen an Rohmaterial zu produzieren – ein entscheidender Vorteil gegenüber langsam wachsenden Bäumen.
Doch wie sieht es mit den anderen Aspekten der Bambusernte aus?
Vorteil: Bambus kann wiedergeerntet werden.
Im Gegensatz zu Holz kann Bambus, sobald er ausgewachsen ist, wiederholt geerntet werden.
Dies ist nicht nur hervorragend für die Regeneration, sondern bedeutet auch, dass keine Entwaldung stattfinden sollte, was an sich schon ein ungeordneter Prozess ist.
Dies bedeutet auch, dass das ausgedehnte Wurzelsystem des Bambus intakt bleiben kann, was hervorragend für die Bodengesundheit ist.
Vorteil: Bambus benötigt weder Dünger noch Pestizide.
Bambus ist von Natur aus antibakteriell und äußerst effizient bei der Wiederaufbereitung von Nährstoffen, daher benötigt er zum Wachsen keine Pestizide und wenig bis gar keinen Dünger, obwohl einige Landwirte diese hinzufügen, um die Erträge zu steigern.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Hersteller ihre Rohstoffe aus zertifizierten Bio-Quellen beziehen.
Vorteil: Bambus benötigt zum Wachsen nicht viel Wasser.
Bambus ermöglicht zudem eine äußerst effiziente Wassernutzung. Er benötigt in der Regel nur halb so viel Wasser wie Bäume.
Es wächst dicht und kann bei einer einzigen Ernte 20-mal mehr nutzbare Materialien liefern.
Vorteil: Bambus bindet CO2 und absorbiert viel Sauerstoff
Aufgrund seines schnellen Wachstums absorbiert Bambus doppelt so viel Kohlenstoff wie Bäume und produziert 30 % mehr Sauerstoff im Vergleich zur gleichen Masse an Bäumen.
Mögliche Sorge: Manchmal werden natürliche Lebensräume für die Landwirtschaft gerodet.
Bambus wird in China in großem Umfang produziert, wo er seit Millionen von Jahren natürlich wächst.
Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, haben einige opportunistische Landwirte natürliche Lebensräume gerodet, um Platz für Bambus-Monokulturplantagen zu schaffen.
Das ist besorgniserregend, weil es sich negativ auf die Biodiversität auswirkt.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Hersteller, die Bambus verwenden, ihre Rohstoffe aus Regionen beziehen, in denen er natürlich als Teil eines vielfältigen Ökosystems wächst.

Wie nachhaltig sind Produkte aus Bambus?
Das ist eine schwierige Frage, da es vom Produkt abhängt. Generell gilt: Je weniger Behandlung nötig ist, desto besser.
Wie haltbar sind Bambuszahnbürsten?
Bambuszahnbürsten beispielsweise benötigen nur sehr wenig Verarbeitung.
Der Bambus wird in Form geschnitzt, dann werden die Haare hinzugefügt.
Wenn die Bürste nicht mehr gebrauchstauglich ist, kann der Bambusgriff bedenkenlos in der Natur kompostiert werden.
Eine deutlich nachhaltigere Alternative zu Zahnbürsten aus Kunststoff, die zudem lange hält.
Wie nachhaltig ist Toilettenpapier aus Bambus?
Angesichts der Tatsache, woraus Toilettenpapier normalerweise hergestellt wird, nämlich Holz, ist die Art und Weise, wie Bambus angebaut und geerntet wird, aus dieser Perspektive ein nachhaltigerer Rohstoff.
Aus produktionstechnischer Sicht benötigt die Herstellung von Bambus-Toilettenpapier keine Bleichmittel wie Chlor oder andere schädliche Chemikalien, die letztendlich die Umwelt verschmutzen.
Nach Gebrauch ist Bambus-Toilettenpapier zu 100 % biologisch abbaubar, zersetzt sich schnell und ist unbedenklich für die Verwendung in Klärgruben. Bambus-Toilettenpapierrolle
Bambus-Toilettenpapier benötigt keine chemischen Bleichmittel.
Ist Bambusgewebe nachhaltig?
Die Umwandlung von Bambus in einen für Kleidung nutzbaren Stoff, auch Viskose genannt, erfordert in der Regel eine aufwendige Verarbeitung, die viel Energie und Chemikalien verbraucht, weshalb viele sie nicht als nachhaltig betrachten.
Es gibt umweltfreundlichere mechanische Alternativen, aber auch diese sind energieintensiv.
Das Urteil
Bambus ist ein nachwachsender Rohstoff, der bei richtiger Anzucht und Ernte eine nachhaltigere Alternative zu Plastik, Holz oder Stahl darstellt.
Es ist leicht, langlebig und kann umweltschonend entsorgt werden.
Für uns in der westlichen Welt müssen Bambusprodukte natürlich aus China importiert werden, was den gesamten CO2-Fußabdruck erhöht.
Deshalb ist es, sofern verfügbar, immer vorzuziehen, die klimakompensierte Versandoption zu wählen.
Merkmale, auf die Sie bei einem nachhaltigen Bambusprodukt achten sollten:
- Biologisch angebaut
- FSC-Bambuszertifizierung
- Minimalbehandlung
- Ökokompensierter Versand